Schulen brauchen Lehrer und Vertrauen!

BildungFDP vor Ort24. Oktober 2018

 

Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „FDP vor Ort“ haben sich die Freien Demokraten in Bad Vilbel gestern der hessischen Bildungspolitik gewidmet. Als Experten geladen waren Wolfgang Greilich, schulpolitischer Sprecher der FDP und Vizepräsident im hessischen Landtag, sowie Annette Greilich, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Schulleiterinnen und Schulleiter an beruflichen Schulen (AGD). Im Lokal „Aldo Parente“ begrüßten FDP-Ortsvorsitzender Thomas Reimann und der liberale Wetterauer Landtagabgeordnete Dr. h. c. Jörg-Uwe Hahn die 15 erschienenen Gäste.

„Die Stimmung an den hessischen Schulen ist nach fünf Jahren schwarz-grüner Landesregierung deutlich schlechter als noch 2013“, stellte Wolfgang Greilich fest. Während die Landes-FDP unter Bildungsministerin Nicola Beer eine 105%-ige Lehrerversorgung gewährleisten konnte, habe der Unterrichtsausfall in Hessen seit der vergangenen Landtagswahl stetig zugenommen. „Die noch waltende Regierung hat zwar neue Stellen geschaffen, aber die Anforderungen an das Lehrpersonal gleichzeitig noch stärker erhöht. Das hat eine relative Lehrerknappheit verursacht“, diagnostizierte der Landtags-Vizepräsident. Mit einer verordneten „Inklusion mit der Brechstange“, dem Pakt für den Nachmittag und der unvorhergesehenen Flüchtlingsbeschulung nannte der FDP-Schulexperte drei Bereiche, in denen die Lehrkräfte heute durch Mehraufgaben überlastet seien. Schwarz-grün habe die Bildungseinrichtungen mit diesen Anforderungen alleingelassen, ohne die zu ihrer Erfüllung benötigten Kapazitäten bereitzustellen. „Die Ziele mögen hehr sein – wir Freie Demokraten waren es, die die Inklusion im Landtag zuerst auf die Tagesordnung gebracht haben. Allerdings müssen auch im Bildungsbereich die Ansprüche mit den Ressourcen Schritt halten. Hier hat die Landesregierung versagt“, urteilte Wolfgang Greilich.

In ihrem Vortrag beklagte Annette Greilich, selbst Leiterin einer beruflichen Schule in Gießen, zudem den überwuchernden Bürokratismus an Hessens Schulen. Die Lehrerkollegien fühlten sich durch unsinnige Berichtspflichten gegängelt; gleichzeitig würden digitale Lösungen für einen effizienteren Schulbetrieb von Wiesbaden aus verhindert. Ihre Vorschläge für die Zukunft formulierte die Referentin klar: „Um die beste Bildung zu gewährleisten, brauchen die hessischen Schulen wieder die richtigen Rahmenbedingungen. Dazu zählt einerseits mehr personelle Unterstützung, andererseits mehr Vertrauen in die bereits ausgebildeten Lehrkräfte.“ Statt selber Zettelkriege zu führen, müssten die Pädagogen genug Zeit haben, um den Kindern und Jugendlichen den richtigen Umgang mit Stift und Papier zu lehren.

In der abschließenden Diskussion beantworteten die Redner Fragen der anwesenden Gäste. FDP-Politiker Hahn betonte, dass die hessische FDP das Thema Schulen im Landtagswahlkampf prominent platziert habe: „Wir wollen mehr in unsere Schulen investieren. Außerdem muss bei allen von den Lehrern geforderten Aufgaben schon vorher klar sein, dass sie tatsächlich leistbar sind. Andernfalls sinkt die Bildungsqualität insgesamt.“ Um später ein hohes Unterrichtsniveau gewährleisten zu können, müsse man schon bei der frühkindlichen Bildung ansetzen.