FDP Wetterau im Austausch mit den Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzern
FDP Wetterau im Austausch mit den Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzern
Kreistagsabgeordnete Ruths und Rahn-Farr treffen Spitze des VJE. Kritischer Blick auf Freiflächen-PV und das digitale Jagdkataster des Landes
Wetteraukreis, 21.10.2026. Zu einem Fachgespräch über die Lage der Jagdgenossenschaften im Wetteraukreis haben sich die Kreistagsabgeordneten Jochen Ruths und Andrea Rahn-Farr mit Jörg Orth, Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer Wetterau (VJE) getroffen. Begleitet wurde Orth vom Geschäftsführer des VJE, Marcus Schepp, und Beisitzer Lutz Crispens.
Rund 100 der etwa 110 Jagdgenossenschaften im Kreis sind im VDJE organisiert. „Die Geschäftsstelle steht für alle Themen rund um Jagdpacht und Eigentum beratend zur Seite und ist vor allem bei juristischen Angelegenheiten gefragt,“ so Vorsitzender Jörg Orth.
Mit der Zusammenarbeit mit der Unteren Jagdbehörde in Büdingen zeigte sich der Verband zufrieden. Dort lassen Jagdgenossenschaften z. B. ihre Verträge mit den Jagdpächtern zur Absicherung zusätzlich prüfen.
Doch die Jagdgenossenschaften leisten weit mehr als die Verpachtung der Jagd: Sie finanzieren oftmals den Feldwegebau oder stellen Leihmaschinen wie Mulcher bereit. „Die Jagdgenossenschaften kümmern sich um ihre Gemarkung und erhalten dort Infrastruktur, von der alle profitieren. Dieses Ehrenamt verdient Rückendeckung und Wertschätzung“, so Jochen Ruths, der auch in seiner Tätigkeit als ehrenamtlicher Stadtrat in Bad Nauheim und Jagddezernent mit den Themen rund um die Jagd zu tun hat.
Kritisch diskutiert wurden bei dem Treffen die Folgen von Freiflächen-Photovoltaik: Die Anlagen müssen aus dem Jagdrevier ausgegrenzt werden, die Flächen fallen für die Bejagung vollständig weg. „Jeder Hektar Freiflächen-PV auf Ackerland fehlt nicht nur der Lebensmittelerzeugung, sondern auch dem Jagdrevier. Das muss bei Planungen von Anfang an mitgedacht werden“, betont Andrea Rahn-Farr.
Handlungsbedarf sehen die Gesprächspartner beim Land: Das angekündigte digitale Jagdkataster ist noch nicht in Betrieb. „Die Digitalisierung darf nicht auf dem Papier stehen bleiben. Das Land muss liefern, damit die Genossenschaften entlastet werden“, so Ruths und Rahn-Farr abschließend.
Foto v. l. n. r.:
Marcus Schepp, Lutz Crispens, Jörg Orth, Andrea Rahn-Farr, Jochen Ruths