FDP hinterfragt die hohen Kosten für das Tierheim Wetterau

Rahn-Farr : „ Von diesem Geld lassen sich alleine drei moderne Kiindergärten bauen
Wenn die Relationen verloren gehen – Finanzbedarf für neues Tierheim Wetterau zeigt ein strukturelles deutsches Problem
Die Diskussion um einen möglichen Austritt der Kommunen Reichelsheim, Friedberg und Bad Nauheim aus dem Tierheim Wetterau macht in den Augen der FDP Wetterau ein grundlegendes Problem sichtbar, das weit über eine einzelne Kommune hinausgeht: „ In Deutschland sind Kosten, Standards und Erwartungen in vielen Bereichen völlig aus dem Verhältnis geraten,“ so die zweite Spitzenkandidatin der FDP Wetterau Andrea Rahn-Farr aus Büdingen.
„Ein Investitionsvolumen von rund neun Millionen Euro für ein Tierheim ist schlicht nicht mehr vermittelbar. Zum Vergleich: Für diese Summe lassen sich im Wetteraukreis drei moderne Kindertagesstätten für jeweils rund 100 Kinder errichten. Drei Kitas – oder ein Tierheim. Diese Relation verdeutlicht, wie stark sich Prioritäten verschoben haben,“ somRahn-Farr weiter.
Auch der Blick in andere Wirtschaftsbereiche mache das Missverhältnis deutlich. In der Landwirtschaft ließe sich mit einer solchen Summe ein Stall für rund 1.000 Milchkühe inklusive weitgehender Automatisierung, moderner Tierwohlstandards und effizienter Betriebsabläufe realisieren. Dort wird unter massivem Kostendruck wirtschaftlich, effizient und verantwortungsvoll gebaut, während öffentliche Projekte immer häufiger ausufern könnten.
Das eigentliche Problem sei dabei nicht der Tierschutz. „Der Schutz von Tieren ist eine gesellschaftliche Aufgabe und bleibt wichtig. Doch liberale Politik fragt nach Verhältnismäßigkeit, Effizienz und Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern. Wenn Projekte durch überzogene Standards, komplexe Vorgaben und fehlende Kostenkontrolle explodieren, verlieren Kommunen ihre Gestaltungsfähigkeit, ergänzte der Fraktionschef Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn.
Auch in der Wetterau stünden Städte und Gemeinde zunehmend vor der Frage, was sie sich überhaupt noch leisten können und was nicht. Wenn Bund und Land den Kommunen immer neue Aufgaben übertragen, ohne Maß und Augenmaß bei den Kosten, gefährde dies am Ende Akzeptanz und Handlungsfähigkeit des gesamten Systems.
„Liberale Kommunalpolitik bedeutet deshalb: klare Prioritäten, ehrliche Vergleiche und den Mut, Fehlentwicklungen offen anzusprechen. Öffentliche Mittel sind begrenzt. Sie müssen dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen für Menschen und Gesellschaft bringen, nicht dort, wo Strukturen aus dem Ruder gelaufen sind.
Bei dem Tierheim Wetterau bedeutet dies, dass die Kommunen mit dem Wetteraukreis gemeinsam eine Lösung finden müssen, wie in der Wetterau weiterhin ein gemeinsames Tierheim aller Kommunen mit dem Wetteraukreis betrieben werden kann. Hier ist die Erste Kreis beigeordnete Weckler dringend aufgefordert, im Einvernehmen mit den Kommunen eine deutlich kostengünstiger Variante zu erarbeiten. Die Kommunen sind aufgefordert, nicht leichtfertig, eine seit Jahrzehnten gut funktionierende gemeinsame Einrichtung aufzugeben. Sie müssen sich betriebswirtschaftlich effektiv verhalten und dürfen nicht malmst ausbrechen, vielleicht müssen wir uns im Wetterauer Kreistag auch entscheiden, die operative Verantwortung zu übernehmen,“ so der aus Bad Nauheim stammende stellvertretende FDP Fraktionschef Peter Heidt.