Bürokratischer Wahnsinn kennt leider keine Grenzen

Bürokratischer Wahnsinn kennt leider keine Grenzen
Der Ortsverband der FDP Altenstadt hatte die Gelegenheit den örtlichen Pflegedienstleister Wirsing in Altenstadt zu besuchen. Der Vorsitzender der örtlichen Liberalen Christopher Hachenberg und Parteikollege Hans Dresler wurden vom Inhaber Andreas Wirsing empfangen.
Wirsing gab an, dass derzeit rund 80 Mitarbeiter beim Pflegedienst beschäftigt sind, die in verschiedenen Zeitmodellen von Vollzeit bis Minijob arbeiten. Der Fachkräftemangel ist auch bei Wirsings Pflegedienst ein großes Thema, da mit der Generalistischen Pflegeausbildung mehr Bürokratie und weniger Ausbildungsplätze geschaffen wurden, obwohl diese 3-jährige Pflegeausbildung international anerkannt ist und vielfältige Möglichkeiten bietet.
Der Pflegedienst Wirsing versorgt regelmäßig 400-450 Klienten in der Pflege sowie 150 Personen mit Essen auf Rädern.
Wirsing teilte mit, dass der Übergang von der einjährigen Ausbildung in eine verkürzte dreijährige Ausbildung, die vor der Generalistik nahezu problemlos und nahtlos fortführbar war, ist jetzt nur mit enormen Aufwand für die Auszubildenden möglich, da der Unterrichtsstoff des 1. Ausbildungsjahrs viel komplexer ist.
Die regelmäßigen Lohnerhöhungen durch das GVWG (Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung) und die Problematik der Refinanzierung sind ein großes Thema, das oft als bürokratischer Grenzgang empfunden wird.
Zum geplanten Altenstädter Ärztehaus äußerte sich Wirsing skeptisch. „Leider ist immer noch nicht klar was und wer dort einziehen wird. Er weiß, dass örtliche Ärzte und Apotheken daran kein Interesse haben.
Äußerst positiv erachtet Wirsing, dass im Kloster Engelthal ein Hospiz für den gesamten Wetteraukreis eingerichtet wird.
Für Hachenberg und Dresler ist klar, dass das Ärztehaus nur dann einen Mehrwert für die Altenstädter Bürger hat, wenn nicht nur Verlagerungen aus der Ortsmitte stattfinden. „Es muss ein klar erkennbarer medizinischer Gewinn für alle entstehen. Hier sind vor allem Fachärzte zu nennen“, so beide Liberale unisono.
Die FDP-Vertreter Hachenberg und Dresler waren sich mit Wirsing einig darüber, dass die genannten bürokratischen Auflagen ein echtes Hemmnis für die alltägliche wichtige Arbeit für den Pflegedienst ist. „Es ist keinem zu erklären, welche aberwitzige Anforderungen es gibt, die weit weg von jeglicher Vernunft sind“, so Hachenberg.
Dresler empfindet diese Tatsache als übergriffig und weit weg von praktischer Vernunft. „Die Politik verspricht seit jeher Bürokratieabbau. Bei unseren regelmäßigen Besuche bei Unternehmen, Vereine oder soziale Einrichtungen erfahren wir dann aber, dass es im Alltag keinen Abbau sondern oftmals einen Aufbau an Bürokratie gibt“, so Dresler abschließend.
Die FDP Altenstadt wird in ihrem Wahlprogramm zur anstehenden Kommunalwahl das Thema Bürokratie wieder aufnehmen und dessen effizienten und schnellen Abbau in der gemeindlichen Arbeit verlangen.
Foto v. l. n. r.: Hans Dresler, Andreas Wirsing, Christopher Hachenberg.
